Internationale
Grüne Woche 2010

Gruene Woche Berlin

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Programm zum Global Forum for Food and Agriculture

Schlussfolgerung des Berliner Agrarminitsergipfels

 

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„Landwirtschaft und Klimawandel – neue Konzepte von Politik und Wirtschaft“

Global Forum for Food and Agriculture (GFFA)
Berlin 2010

Trailer zum Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) Berlin 2010


Klimaschutz gehört zu den wichtigsten umwelt-, gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen der heutigen Zeit. Das gilt global wie auch regional für alle Sektoren.


Mit dem Thema „Landwirtschaft und Klimawandel – neue Konzepte von Politik und Wirtschaft“ greift das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Herausforderungen des Klimawandels auf der kommenden Internationalen Grünen Woche auf und knüpft gleichzeitig an den Schwerpunkt des Jahres 2009, „Ernährungssicherung“, an. Agrarministerinnen und -minister aus aller Welt sind zum Internationalen Agrarministerpodium und zum Berliner Agrarministergipfel am 16. Januar 2010 auf der Grünen Woche nach Berlin eingeladen, um Erfahrungen und Konzepte zu Klimaschutz und Anpassungsstrategien ihrer Länder zu diskutieren. Dabei können bereits Resultate des G8-Gipfels in L’Aquila und der VN‑Klimakonferenz vom Dezember 2009 berücksichtigt und konkreter beraten werden, wie die Er­gebnisse im neuen Klimaregime ab 2012 umgesetzt werden können.

Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft erhöhen

Seit Menschengedenken besteht die Notwendigkeit, standortgerecht zu wirtschaften. Hierzu gehörte stets auch die Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen. Neu ist jedoch das Tempo, mit dem sich das Klima wandelt und weitere Anpassungen erfordert.

Besonders die Landwirtschaft ist den starken Veränderungen des Weltklimas ausgesetzt. Viele Regionen werden unter den geringeren jährlichen und saisonalen Niederschlägen leiden. Hitzewellen, Dürreperioden, Stürme und Überschwemmungen mit Auswirkungen auf die Ernten können Folge des Klimawandels sein. Die landwirtschaftliche Produktion steht des­halb vor großen Anpassungsleistungen, um die Nahrungsmittelproduktion zur Ernährungssi­cherung, bei nachhaltiger Ressourcenbewirtschaftung, zu gewährleisten. Es gilt, ihre Wider­standsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen.

Eine weitere Anpassungsleistung der Land- und Ernährungswirtschaft ist, dass sie auch selbst zum Klimaschutz beitragen kann, indem sie z.B. ihre Emissionen verringert, erneuerbare Energien und Bioprodukte erzeugt und die Kohlenstoffspeicherung in landwirtschaftlich ge­nutzten Böden fördert

Ernährung sichern, Ressourcen erhalten

Der Kampf gegen Hunger und Mangelernährung weltweit zählt nach wie vor zu den wich­tigsten Aufgaben der internationalen Staatengemeinschaft. Die Herausforderung, demnächst 9 Milliarden Menschen ausreichend und möglichst ausgewogen zu ernähren, ist eine Mam­mutaufgabe. Mittlerweile hungern weltweit fast eine Milliarde Menschen und mehr als 2 Mil­liarden leiden unter Mangelernährung.

Die Agrarwirtschaft wird also auf absehbare Zeit gefordert sein, qualitativ und quantitativ hohe Erträge zu erzielen, um Lebensmittel in ausreichender Menge und Qualität nachhaltig zu erzeugen. Gleichzeitig ist bekannt, dass die Emissionen der Treibhausgase Methan und Lach­gas, die bei der landwirtschaftlichen Produktion aufgrund natürlicher Prozesse entstehen, bei zunehmendem Produktionsumfang ebenfalls zunehmen. Dieser Zielkonflikt lässt sich nur begrenzt entschärfen.

Unstrittig ist, dass die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen deutlich redu­ziert werden müssen. Dies hat Folgen für den Lebensstil, die Ausrichtung neuer Technologien und die Art des Wirtschaftens, auch in der Lebensmittelkette. Mehr denn je bedarf es eines nachhaltigen Umgangs mit begrenzten Ressourcen. Vor allem Einsparungen wirken direkt. Maßnahmen mit großen Effekten und geringen Kosten müssen im Mittelpunkt stehen.

Dabei kann gerade die nachhaltige Forstwirtschaft weltweit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gleichzeitig steht auch sie, angesichts des Klimawandels, vor besonde­ren Herausforderungen, um einerseits geeignete Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln und andererseits den Wald als bedeutende Senke für Kohlendioxid zu erhalten. Um die Wälder für die kommenden Generationen zu bewahren, müssen politische und forstbetriebliche Entschei­dungen weit in die Zukunft planen und Produktionszeiträume von vielen Jahrzehnten bis zu einigen Jahrhunderten berücksichtigen.

Politische Rahmenbedingungen schaffen

Innerhalb der Europäischen Union ist man entschlossen, schnell zu handeln, um ihre Treib­hausgasemissionen zu reduzieren. Dies wird wahrscheinlich nicht ausreichen. Man kann be­reits jetzt davon ausgehen, dass die Folgen des Klimawandels schwerwiegender sein werden als bisher angenommen, und unabhängig davon auftreten, welche Maßnahmen zur Eindäm­mung getroffen werden. Deshalb hat man sich zu einer umfassenden Strategie entschlossen, um bestmögliche Anpassungsleistungen, insbesondere in der Landwirtschaft, zugleich aber auch in allen anderen Politikbereichen, zu erbringen. Die EU-Kommission unterstreicht das Thema mit ihrem im April 2009 herausgegebenen Weißbuch „Anpassung an den Klimawan-del: Ein europäischer Aktionsrahmen“.

Das Thema Klimawandel ist ebenfalls ein Schwerpunkt der schwedischen Ratspräsidentschaft im 2. Halbjahr 2009. So befasste sich auch das informelle Ministertreffen der EU-Landwirt­schaftsminister vom 13. bis 15. September 2009 in Växjö mit den Fragen von Landwirtschaft und Klimawandel, vor allem aber mit den erforderlichen Anpassungsstrategien für die Land­wirtschaft.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat seine Strategie zum Klimaschutz auf nationaler Ebene bereits mit den Bundesländern abgestimmt und mit seinem Bericht für einen aktiven Klimaschutz der Agrar-, Forst und Ernährungswirt­schaft und zur Anpassung der Agrar- und Forstwirtschaft an den Klimawandel konkretisiert.

Damit ist es gelungen, eine gemeinsame Grundlage für politische Handlungsweisen für diesen Bereich innerhalb Deutschlands zu schaffen. Den darauf aufbauenden Prozess der Umsetzung gilt es fortzusetzen und entsprechend den Erfordernissen zu aktualisieren.

Den Bericht des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für einen aktiven Klimaschutz der Agrar-, Forst und Ernährungswirtschaft und zur Anpassung der Agrar- und Forstwirtschaft an den Klimawandel finden sie unter: www.bmelv.de/climatereport