Fachpodien 2027 · 11:00–12:30 Uhr

Donnerstag, 14. Januar 2027 · CityCube Berlin · Öffentliche Veranstaltungen

Die Fachpodien bringen Perspektiven aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zum Leitthema „Resiliente Agrarwirtschaft vom Feld bis zum Weltmarkt“ zusammen.

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Donnerstag, 14.01.2027 · 11:00–12:30 Uhr · CityCube Berlin · M-Räume

In diesem Zeitfenster finden 4 Fachpodien parallel statt. Hier finden Sie die Titel, Ausrichtenden und vollständigen Kurzbeschreibungen der Veranstaltungen.

FACHPODIUM 5

Nur ein weiterer Schock: Sicherung der Produktionsmittel durch gebündelte Resilienz

Logo: International Fund for Agricultural Development

Ausrichter: International Fund for Agricultural Development

Sprache: Englisch

Kontakt zum Ausrichter

Jahan Chowdhury
j.chowdhury@ifad.org

Der Hormus-Schock von 2026 trieb den Harnstoffpreis auf 93 Prozent seines Rekordwerts und den Rohölpreis auf 120 US-Dollar – viermal schneller als im Jahr 2022. Dieser Anstieg vollzog sich innerhalb einer einzigen Anbausaison und somit schneller, als Kredit-, Versicherungs- oder Förderprogramme reagieren können. Anders als 2022 konnten höhere Erzeugerpreise die gestiegenen Kosten kaum abfedern: Während die Preise für Grundnahrungsmittel um 21 Prozent stiegen, verdreifachte sich der Harnstoffpreis. Zugleich traf der Schock auf eine anhaltende Dürre und einen außergewöhnlich starken El Niño, der 2027 seinen Höhepunkt erreicht.

Im Mittelpunkt dieser Podiumsdiskussion steht die Frage, wie sich die Versorgung mit unverzichtbaren landwirtschaftlichen Produktionsmitteln – Düngemitteln, Energie, Wasser und Saatgut – sichern lässt, wenn nur drei bis vier Länder 70 bis 76 Prozent des Angebots an Phosphat und Kali bereitstellen und sich Schocks sektorübergreifend ausbreiten.

Die zentrale Botschaft, die sich aus der IFAD-Analyse von Programmen in Kenia, Bangladesch, Indonesien, der Türkei und Vietnam ergibt, lautet, dass die Sicherung von Produktionsmitteln nur dann funktioniert, wenn sie mit Märkten und Finanzmitteln gebündelt wird. Eine solarbetriebene Bewässerung senkte die Pumpkosten in Bangladesch um 60 %, die Schulung in der Herstellung von Biodünger in Verbindung mit Indexversicherungen ermöglichte es den kenianischen Landwirten, innerhalb weniger Tage nach einer Dürre neu anzupflanzen, was die Resilienzwerte verdoppelte.

Themen: Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Bezugsquellen durch organische Düngemittel, Nährstoffeffizienz und erneuerbare Energien; schnelle Bereitstellung von Finanzmitteln, um einen dreimonatigen Preisanstieg zu überwinden; Sicherstellung, dass die Märkte die Preise an die Erzeuger weitergeben

Motivation: Wirtschaftliche Resilienz ist ein gemeinsames Anliegen. Europa erlebte 2026 die schlimmste Dürre aller Zeiten bei gleichbleibenden Düngemittelkosten. Weniger von Importen abhängige Erzeugerländer bedeuten stabilere Handelspartner, geringere Volatilität der Lebensmittelpreise für europäische Verbraucher und eine Nachfrage nach deutschem Know-how in den Bereichen solarbetriebene Bewässerung, Kreislaufwirtschaft bei Nährstoffen und landwirtschaftlicher Versicherung.

FACHPODIUM 6

Resiliente Ernährungssysteme in Südosteuropa: Klimaanpassung, Generationswechsel und schrittweise EU-Integration

Logo: Agricultural Policy Dialogue Germany – South East Europe

Ausrichter: Agricultural Policy Dialogue Germany – South East Europe

Sprache: Englisch

Kontakt zum Ausrichter

Die Ernährungssysteme in Südosteuropa stehen vor großen strukturellen Herausforderungen. Die Region ist in besonderem Maße von Klimarisiken und demografischem Wandel betroffen. Landwirtschaft und Lebensmittelunternehmen kämpfen mit volatilen Marktbedingungen und Herausforderungen für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig eröffnet eine neue Dynamik im EU-Erweiterungsprozess konkrete Chancen für Modernisierung und Investitionen.

Das Panel bringt Perspektiven aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und regionaler Zusammenarbeit zusammen. Wie können Klimaanpassung, Generationswechsel und wirtschaftliche Integration ineinandergreifen und sich gegenseitig stärken? Welche Ansätze und Investitionen erhöhen die Resilienz? Wie können junge Menschen und Unternehmen von neuen Chancen in ländlichen Wertschöpfungsketten, Land- und Ernährungswirtschaft profitieren? Und wie kann die schrittweise Integration in EU-Strukturen schon vor dem Beitritt konkrete Vorteile schaffen?

Das Panel wird praktische Ansätze für regionale Zusammenarbeit, Unternehmenspartnerschaften und Wissensaustausch herausarbeiten. Es knüpft unmittelbar an das gemeinsame Ministertreffen von BMLEH und SWG zur praktischen Umsetzung der „schrittweisen EU Integration“ in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Forsten und ländliche Entwicklung an, das im Rahmen des GFFA stattfindet.

FACHPODIUM 7

From Innovation to Resilience: How Can Modern Technologies Strengthen Plant-Based Agri-Food Systems?

Logo: Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für KulturpflanzenLogo: Leibniz-Institut für Gartenbauwissenschaften, IGZ

Ausrichter: Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen · Leibniz-Institut für Gartenbauwissenschaften, IGZ

Sprache: Englisch

Kontakt zum Ausrichter

Prof. Dr. Monika Schreiner
Schreiner@igzev.de

In unserem Panel untersuchen wir mit Stakeholdern aus Wissenschaft, Praxis und Politik, wie sich die Resilienz pflanzenbasierter Agrar- und Ernährungssysteme durch Innovationen stärken lässt. Im Mittelpunkt einer fundierten Entscheidungsfindung stehen dabei der Einsatz digitaler Technologien – wie KI, Prognosemodelle und Sensoren – sowie die Frage, wo Zielkonflikte auftreten. Zudem werden das Potenzial digitaler Werkzeuge für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe sowie deren Robustheit angesichts disruptiver Ereignisse und Unsicherheiten beleuchtet. Es wird diskutiert, wie biologische Innovationen – darunter Mikrobiome, biologische Pflanzenschutzverfahren und Mittel zur Pflanzenstärkung – in Kombination mit modernen Züchtungsmethoden und dem Anbau lokal angepasster Kulturen die technischen Lösungen ergänzen und zur Resilienz des Gesamtsystems beitragen können.

Die Rolle von landwirtschaftlichen Betrieben als Resilienz-Hubs sowie der Transfer von Innovationen aus der Forschung in die Praxis werden vor dem Hintergrund des Wissens und der Kompetenzen der Akteure, der breiten Akzeptanz von Innovationen, der Wirtschaftlichkeit neuer Lösungen und der Effizienz der Wissenstransferprozesse betrachtet.

Abschließend werden die Experten zusammen mit dem Plenum erörtern, wie Innovationspolitik zu einer Politik der Resilienz werden kann, indem technologische und biologische Lösungen kombiniert werden, die sicher, gerecht und breit anwendbar sind.

FACHPODIUM 8

Gesundheit schützen – Handel erleichtern: Regionalisierung und Impfung als ausgewogene One-Health-Ansätze in einer globalisierten Welt?

Logo: BMLEHLogo: Friedrich-Loeffler-Institut

Ausrichter: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) · Friedrich-Loeffler-Institut

Sprache: Englisch

Kontakt zum Ausrichter

Associate Prof. Dr. Arne Hegemann
arne.hegemann@fli.de
Telefon: +49 38351 74846

Der weltweite Tierhaltungssektor steht vor vielfältigen Herausforderungen, weshalb technisch fundierte und politisch akzeptierte Regeln und Maßnahmen zum Schutz der Tiergesundheit und zur Ermöglichung eines sicheren Handels wichtiger sind denn je. Die Podiumsdiskussion “Safeguarding health – facilitating trade: regionalization and vaccination as balanced One Health approaches in a globalized world?” („Gesundheit schützen – Handel erleichtern: Regionalisierung und Impfung als ausgewogene One-Health-Ansätze in einer globalisierten Welt?) wird unterschiedliche Perspektiven zu Impfung und Regionalisierung als sich ergänzende Instrumente zum Schutz der Tiergesundheit und zur Erleichterung des Handels zusammenführen. Zwar ist es von entscheidender Bedeutung, globale Wertschöpfungsketten auf die Zukunft vorzubereiten, gleichzeitig müssen wir jedoch die Auswirkungen der Ausbreitung und Bekämpfung von Krankheiten im Rahmen einer umfassenderen „One Health“-Perspektive berücksichtigen.

In dieser Podiumsdiskussion werden wir verschiedene Sichtweisen beleuchten, die dazu beitragen können, besser zu verstehen, wie Herausforderungen und Chancen in Ländern und Regionen mit unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten wahrgenommen werden.

Darüber hinaus soll ein konstruktiver Dialog darüber angeregt werden, wie wissenschaftlich fundierte Instrumente – Impfungen und Regionalisierung – die Erfordernisse der Tiergesundheit mit den wirtschaftlichen Gegebenheiten des globalen Agrarhandels in Einklang bringen können, einschließlich der Frage, wie sich diese Instrumente auf Wildtiere und die Umwelt auswirken können.

Programmstand: 02.11.2026 · Änderungen vorbehalten.