„Think Aloud! – GFFA Science Slam 2019″

„Think Aloud! – GFFA Science Slam 2019″

„Think Aloud!“ – Wissenschaft zum Anfassen beim GFFA Science Slam

 

Mit großem Applaus belohnte das Publikum die beiden punktgleichen Gewinner des ersten GFFA Science Slam in Halle 23a auf der Internationalen Grünen Woche. Dr. Jorge Numata vom Bundesinstitut für Risikobewertung erhielt für seinen kurzweiligen Vortrag zum Thema „Virtuelle Kühe und Schweine für sichere Lebensmittel“ die höchste Punktzahl vom Publikum, allerdings zusammen mit seiner Konkurrentin Dr. Anna Kicherer vom Julius Kühn-Institut für Rebenzüchtung, die die Messebesucher mit einem spannenden Vortrag zum Thema „Die gläserne Rebe“ ebenfalls überzeugte.

Wissenschaftliche Vorträge sind in der Regel dröge, langatmig und für Otto-Normalverbraucher schwer bis gar nicht verständlich, oder? Völlig falsch. Davon konnten sich die Messebesucher am 18. Januar 2019 überzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Agrar- und Ernährungsbereich gaben sich dort bei rbb-Moderator Marco Seiffert die Klinke in die Hand und berichteten beim „Science Slam“ von ihrer Forschungsarbeit zum Thema „Landwirtschaft digital“.

Von einem normalen Vortrag waren die Beiträge der Forscherinnen und Forscher allerdings weit entfernt: In Anlehnung an den auch in Deutschland mittlerweile fest etablierten „Poetry Slam“, den „Poesie-Wettstreit“, bei dem Schriftsteller im Wettbewerb – oft unter vollem Körpereinsatz – selbst geschriebene Texte vortragen, konnten sich auch die Besucher des Science Slams auf allerhand unterhaltsame Einlagen freuen – und am Ende selbst entscheiden, wer als Sieger aus dem Wettstreit hervorging und mit einem Pokal geehrt wurde.

 

Verständlichkeit und Unterhaltungswert gefragt

 

In die Publikums-Bewertung floss dabei nicht nur der wissenschaftliche Inhalt der maximal zehn Minuten langen Vorträge ein; auch auf Verständlichkeit und Unterhaltungswert kam es an. Hierfür hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium im Rahmen der internationalen Konferenz Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fünf Forschungseinrichtungen eingeladen, die digitale Lösungen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten:

• „Von der Bauernregel zu Big Data“: Falk Böttcher vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach erklärt, wie täglich Hunderttausende Daten aus Wetter- und Radarstationen, Flugzeugen und Schiffen, Bojen und Ballonaufstiegen zusammengefügt werden, um das Wetter der kommenden Tage vorherzusagen.

• „Schrecken der Schnecken“: Jobst Gödeke vom Institut für Anwendungstechnik im Pflanzenschutz am Julius-Kühn-Institut (JKI) zeigt, wie Feldroboter dabei helfen, Schnecken und Mäuse auf dem Acker umweltschonend zu bekämpfen. Die Roboter können nicht nur das Verhalten der Schädlinge „vorhersagen“, sondern auch ganz gezielt Köder auslegen.

• „Die gläserne Rebe“: Dr. Anna Kicherer vom Institut für Rebenzüchtung am Julius-Kühn-Institut (JKI) hat mit ihrem Team Sensoren entwickelt, mit denen ein Roboter unter anderem die Qualität von Weintrauben bestimmen und verschiedene Krankheiten an Weinreben automatisch erfassen und dokumentieren kann.

• „Virtuelle Kühe und Schweine für sichere Lebensmittel“: Dr. Jorge Numata-Jimenez vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zeigt anschaulich, wie Computermodelle genutzt werden können, um Chemikalienrückständen im Rind- und Schweinefleisch auf die Spur zu kommen und somit für sichere Lebensmittel zu sorgen.

• „Obstbäume zum Sprechen bringen“: Dr. Manuela Zude-Sassa vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie führt vor, wie Flugroboter und Sensoren an den Früchten und Stämmen der Obstbäume miteinander korrespondieren. Dadurch ist es möglich, Pflegemaßnahmen an den Bäumen optimal zu gestalten und den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu senken.

 

Das GFFA ist die weltweit führende internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft. Sie findet seit 2009 jährlich unter dem Leitthema der Ernährungssicherung im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin statt. Die Agrarministerkonferenz mit etwa 70 teilnehmenden Ministerinnen und Ministern bildet das politische Glanzlicht. Organisiert und geleitet wird das Forum vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Kooperation mit dem Senat von Berlin, der Messe Berlin GmbH und dem GFFA Berlin e. V.

 

 


Wortstark: Die Teilnehmer des GFFA Science Slam, Quelle: UF Konzept/Marijke Lass

Seite empfehlen