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High Level Panel 1: FAO

Wie können Innovationen dazu beitragen, die Nachhaltigkeit der Ernährungssysteme zu stärken und künftige Pandemien zu verhindern?

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)

Zeit: Dienstag, 19. Januar 2021, 11:00 -12:00 Uhr
Sprachen: Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch

Podiumsgäste werden bald bekannt gegeben

 

Die COVID-19-Pandemie hat alle Sektoren der Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. In der Agrar- und Nahrungsmittelwirtschaft haben die Beschränkungen des Personen- und Warenverkehrs die Märkte sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern beeinträchtigt.  Arbeitslosigkeit und Einkommensverluste aufgrund der Pandemie wirken sich auch negativ auf den Zugang zu Nahrungsmitteln aus. Die Pandemie hat zu Veränderungen in den Ernährungssystemen geführt und wichtige Fragen dazu aufgeworfen, wie wir unsere Nahrungsmittel produzieren, verarbeiten, verteilen, handeln und konsumieren.

Innovationen spielen eine entscheidende Rolle für funktionierende Ernährungssysteme und können eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Erholung spielen. Ein Beispiel von innovativen Maßnahmen ist die Schaffung spezieller Korridore um die Lieferung verderblicher, Lebensmittel an die betroffene Bevölkerung unter geeigneten Gesundheits-, Hygiene- und Lebensmittelsicherheitsbedingungen zu ermöglichen. Sie öffnen aber auch Chancen um die entsprechenden Rahmenbedingungen anzupassen, um den Weg für weitere Innovationen zu ebenen.

Die Verbreitung von Innovationen wurde durch COVID-19 schneller ermöglicht und vor allem der Einsatz digitaler Technologien und des E-Commerce hat sich während der Pandemie dramatisch beschleunigt. Dadurch hat der Online-Einkauf von Lebensmitteln erheblich zugenommen. Global nahm auch die Verwendung von elektronischen Pflanzenschutz- und/oder Veterinärzertifikaten für Importsendungen zu, was den Handel mit sicheren und gesunden Nahrungsmitteln erleichterte.

Eine weitere wichtige Entwicklung ist, dass die COVID-19-Pandemie die Notwendigkeit, das zoonotische virale Übergriffe in Umgebungen zu verhindern wo eine unkontrollierte Übertragung, die Fähigkeit zur Infektionskontrolle schnell übersteigen könnte, unterstreicht. Die Gefahr ist dort am höchsten, wo es eine enge Wechselwirkung zwischen wildlebenden Tieren und der intensiven Nutztierhaltung oder Agrarproduktion gibt. Sie wird oft noch verschlimmert, wenn die Landwirtschaft in natürliche Ökosysteme eingedrungen ist oder Druck auf diese ausübt.

Die Verhinderung des gefährlichen Übergreifens – und künftiger Pandemien – erfordert neue Innovationen in der Zusammenarbeit mit denjenigen Gesellschaften, die in risikoreichen Hot-Spot-Regionen leben, wo medizinische, veterinärmedizinische und tierproduktionsbezogene Dienstleistungen begrenzt sind und die Kontrollsysteme für die Lebensmittelsicherheit schlecht ausgerüstet sind, um neue und wiederauftretende Zoonosen zu verhindern, zu erkennen und darauf zu reagieren. Die Erfahrung zeigt, dass ein „One Health“-Ansatz, der auf die örtliche Gemeinschaft in Tropenwaldgebieten gerichtet ist, dazu beitragen kann, die Existenzgrundlage zu sichern und die Wiederherstellung des Ökosystems zu unterstützen und die Entwaldung zu reduzieren.

Angesichts der gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie gab es viele Forderungen nach einer stärkeren One-Health – Steuerung (Tier- und Humanmedizin) auf allen Ebenen; auf nationaler Ebene durch „One-Health“-Ministerien oder -Kommissionen und auf globaler Ebene durch mehr Unterstützung, Governance und Engagement gegenüber Umweltbereichen im Rahmen der Dreigliedrigen One-Health-Partnerschaft (One Health Tripartite) (FAO, Weltgesundheitsorganisation [WHO] und Weltorganisation für Tiergesundheit [OIE]).  Die Anwendung des One-Health-Ansatzes ist potenziell dazu in der Lage, das Entstehen neuer Zoonosereservoirs aus der aktuellen COVID-19-Pandemie zu verhindern und gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung künftiger Pandemien vorzuschlagen, aber auch zu umfassenderen Zielen in Verbindung mit der Wiederherstellung von Ökosystemen und nachhaltigen Ernährungssystemen beizutragen.

Bei der Podiumsdiskussion wird eine Gruppe hochrangiger politischer Entscheidungsträger zusammenkommen, um eine gezielte Diskussion über die Auswirkungen der Pandemie auf Ernährung und Landwirtschaft zu führen. Der hochrangige Dialog wird auf den folgenden vorgeschlagenen Vorfragen basieren:

  1. Wie können Innovationen die globale Ernährungssicherheit während der COVID-19-Pandemie fördern?
  2. Welche Arten von Innovationen hat Ihr Land zur Bewältigung der Pandemie eingeführt (Beispiele: politisch, digital)?
  3. Auf welche Weise können Innovationen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft im weitesten Sinne die Erholung nach einer Pandemie unterstützen?
  4. Wie kann die Anwendung des „One Health“-Ansatzes in der Agrar- und Umweltplanung dazu beitragen, weitere Pandemien zu verhindern?

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