Investitionen in gesunden Böden – Fluch und Segen der Privatsektorfinanzierung und CO2-Kompensation

WWF Deutschland

Zeit: Mittwoch, 26. Januar 2022, 08:00 – 09:00 Uhr, anschließender Deep Dive 09:00 – 09:30 Uhr

Sprachen: Englisch, Deutsch

Zusammenfassung:
Gesunde Böden sind das Kapital unserer Landwirt:innen. Investitionen in gesunde Böden sind folglich Investitionen in die Zukunft. Der (Finanz-)Markt „C-Senke Boden“ boomt. Oft fehlt es jedoch an speziell zugeschnittenen Finanzierungsmöglichkeiten für eine Umstellung auf nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken, die auch unsere Böden schonen und deren Fruchtbarkeit wiederherstellen und verbessern. Und dies, obwohl dies Klimawandel-Mitigation und -Adaption unterstützen kann und die Grundlage gesunder Lebensmittel ist. Wir wollen diskutieren was möglich ist, welche Ansätze und Initiativen es schon gibt, und wollen handfeste Antworten liefern, was von den entsprechenden Akteuren (Politik, Handel, Landwirtschaft, Finanzsektor) getan werden muss, um neue Finanzierungsmöglichkeiten auf- und umzusetzen.

Ein oft diskutierter Ansatz ist eine Teilfinanzierung aus Kohlenstoffzertifikaten, um den Mehrwert der Böden als Kohlenstoffsenke zu kapitalisieren. Daher werden wir auch das Thema Net-Zero und CO2-Kompensation kritisch beleuchten und Alternativen vorstellen.

Wir glauben: die reine Finanzierung klimafreundlicher Maßnahmen über privatwirtschaftliche Angebote kann nur eine Brückenlösung sein. Diese sind immer freiwillig und werden meist nur von einer vgl. kleinen Gruppe initiativer Betriebe genutzt. Wie in der Farm-to-Fork-Strategie beschrieben, braucht es für das Erreichen der europäischen Klimaziele Anreize aus der GAP und die von privaten Initiativen. Damit möglichst alle Betriebe erreicht werden, gibt es auch Potentiale in der Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) die Förderung auf klimafreundliche Umwelt- und Systemleistungen auszurichten.

Die politischen Teilnehmer sollen somit für das Thema, Potentiale aber auch Herausforderungen sensibilisiert werden, wichtige Akteure kennenlernen und mit informiertem Interesse das Thema durch mögliche Forschungs- oder auch Umsetzungsprojekte weiter anzustoßen, aus der Veranstaltung heraus gehen.

Aufzeichnung

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Hintergrundinformation

Moderator

Jonas Aechtner ist Berater für Finanzierung für Landwirtschaft und Landschaftsgestaltung beim WWF Deutschland. Er verantwortet dort die Projekte des WWF mit Banken zu Kriterien für ein entwaldungsfreies Bankwesen und Nachhaltigkeit sowie die Konzeption nachhaltiger Geschäftsmodelle und bankfähiger Projekte im Landnutzungssektor, mit besonderem Augenmerk auf kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Sein regionaler Schwerpunkt liegt auf Südostasien. Zuvor befasste er sich mit verantwortlicher Investitionspolitik, nachhaltiger Landbewirtschaftung und ländlicher Entwicklung in Asien, Zentral- und Südamerika. Er hat einen Masterabschluss in International Development von der Universität Lund, Schweden.

Podiumsgäste

Rolf Sommer ist Direktor des Fachbereichs Landwirtschaft und Landnutzungswandel beim WWF Deutschland. Vor seiner Tätigkeit beim WWF war er leitender Wissenschaftler am Internationales Zentrum für tropische Landwirtschaft (CIAT – International Center for Tropical Agriculture) in Nairobi, Kenia.

Seitdem hat sich Rolf Sommer in seiner Arbeit der Entwicklung nachhaltiger Bewirtschaftungslösungen, die der Komplexität der Ernährungssicherung gerecht werden, sowie der nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung, dem Naturschutz, der biologischen Vielfalt und dem Funktionieren von Agro-Ökosystemen gewidmet. Dazu zählt auf Feldebene der Schutz und die Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit, auf Betriebsebene die Verbesserung der Lebensgrundlagen von Kleinerzeugern durch bessere, wettbewerbsfähige und ökoeffiziente Produktionssysteme, auf regionaler Ebene und auf der Ebene von Wassereinzugsgebieten der Schutz von Artenvielfalt, Natur und Landschaften sowie deren Wiederherstellung sowie auf globaler Ebene die Bindung von Kohlenstoff und Klimaschutz.

Rolf Sommer hat einen Ph.D. in Agronomie sowie einen M.Sc. in Biologie. In den letzten 18 Jahren hat er mehr als 50 durch Fachleute überprüfte Artikel und zahlreiche Beiträge in Kongressbänden sowie Online-Publikationen veröffentlicht (s. http://scholar.google.com/citations?user=tAIw8ykAAAAJ&hl=en).

Sigrid Griese hat ökologische Agrarwissenschaften studiert. Seit 2014 ist sie Teil der Bioland-Forschungsabteilung und arbeitet dort an der Schnittstelle zwischen der Buchhaltung und der landwirtschaftlichen Praxis. Ihr Schwerpunkt liegt auf Fragen der Nachhaltigkeitsanalyse und des Klimaschutzes sowie der Anpassung an den Klimawandel. In dieser Rolle leitet und arbeitet sie an Projekten, die der Beurteilung der ökologischen Leistung in der Landwirtschaft dienen. Die Projektergebnisse werden in Beratungsdienstleistungen, neue politische Instrumente oder Handelskonzepte integriert. Sigrid Griese ist auch als Beraterin für Klima und Nachhaltigkeit im Bioland-Verband tätig.

Malin Ahlberg ist stellvertretende Leiterin der Abteilung „Europäische Klima- und Energiepolitik, Europäische Klimaschutzinitiative, Kohlenstoffmärkte“ im BMUV und wechselt in das neue Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Sie arbeitet seit fünfzehn Jahren auf dem Gebiet des Kohlenstoffmarktes und der Kohlenstoffpreisgestaltung. In der Abteilung ist sie für die Themenbereiche Kohlenstoff-Preispolitik und internationale Marktmechanismen zuständig. Malin Ahlberg ist Direktorin der Deutschen Stiftung „Zukunft des Kohlenstoffmarktes“, die 2010 vom BMU gegründet wurde. Darüber hinaus ist sie die deutsche Anlaufstelle für die Partnerschaft für die Marktdurchführung (PMI) der Weltbank und hat 2015 die Kohlenstoffmarkt Plattform mit gegründet. Vor ihrer Tätigkeit im Ministerium arbeitete sie als wissenschaftliche Expertin bei der Deutschen Emissionshandelsstelle und beauftragte Forschungsprojekte im Bereich der globalen Kohlenstoffmärkte. Malin Ahlberg ist Diplomingenieurin der Technischen Universität Berlin.

Jan Köpper leitet die Stabstelle für Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit bei der GLS Bank Deutschland. In dieser Rolle verantwortet er die Konzeption, Koordination und Umsetzung der gesellschaftlichen Wirkungsmessung, die Analyse und Umsetzung von Nachhaltigkeitsrisiken, Nachhaltigkeitsprüfungen im Firmenkundengeschäft sowie die Integration von nachhaltigen Prozessen in das interne Nachhaltigkeitsmanagement und die Gesamtbanksteuerung. Bevor er im April 2018 in seiner jetzigen Rolle für die GLS Bank tätig wurde, war er bei dem Business-Netzwerk CSR Europe in Brüssel und der Nachhaltigkeits-Ratingagentur imug/VE in Hannover beschäftigt.

Jan Köpper ist Gründungsdirektor der Peer School for Sustainable Development e.V. und Vorstandsvorsitzender von Cluster e.V. Er hat zahlreiche Artikel und Beiträge veröffentlicht. Er ist zudem für die Mitgliedschaften beim GLS-Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), B.A.U.M. e.V. und den Prinzipien für Verantwortliches Bankwesen der Vereinten Nationen (UNPRB) zuständig.

Rikke Olivera ist leitende Fachexpertin des IFAD für die Themen Wissensnetzwerke, Projektgestaltung und Umsetzungsunterstützung in mit dem Management natürlicher Ressourcen verknüpften Schlüsselbereichen, wie z. B.: Stärkung lokaler Institutionen für die Verwaltung und das Management natürlicher Ressourcen, Vulnerabilitätsanalysen und Aufbau und Überwachung der Kapazitäten zur Resilienz ländlicher Haushalte sowie Unterstützung von Kleinerzeugern bei der Bewältigung des Wandels hin zur landwirtschaftlichen Ökologie und zu nachhaltigen Nahrungsmittelsystemen. Vor Aufnahme ihrer Tätigkeit beim IFAD arbeitete sie für die Interamerikanische Entwicklungsbank (IADB) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und unterstützte ländliche Gemeinschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen und Regierungen bei der Konzeption und Umsetzung von Projekten für ländliche Entwicklung und die Umwelt.

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