Vom Himmel zur Erde: Land- und Bodenbewirtschaftungsmaßnahmen zur Erreichung der Emissionsfreiheit

 

 

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Zeit: Dienstag, 25. Januar 2022, 17:00 – 18:00 Uhr, anschließender Deep Dive 18:00 – 18:30 Uhr

Sprachen: Englisch, Deutsch

Zusammenfassung:
Es wird in diesem Jahrhundert nicht möglich sein, Netto-Null-Kohlenstoffemissionen zu erreichen und den globalen Temperaturanstieg auf 2 °C zu begrenzen, ohne die terrestrischen Kohlenstoffsenken der Welt zu vergrößern. Die teilnehmenden Expertinnen und Experten skizzierten verschiedene Konzepte für eine Weiterentwicklung in diesem Bereich. Diese umfassten den Schutz von Mooren und Feuchtgebieten, die Förderung der Kohlenstoffspeicherung im Boden durch die Begrünung von Flächen, eine verstärkte nachhaltige Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität zur Bewahrung von Flächen für Wälder und für den Bodenschutz sowie die Neuausrichtung politischer Konzepte, um Landwirtinnen und Landwirte dazu anzuregen, sich in ihrer Entwicklung an diesen Zielen zu orientieren. In der anschließenden Diskussion wurden die unterschiedlichen Strategien gegenübergestellt und Wege erörtert, wie sie gemeinsam, auch zusammen mit anderen Strategien, für eine Entwicklung hin zur Erreichung der Klimaziele des Sektors genutzt werden können.

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Moderator

Lini Wollenberg ist in den Bereichen Klimawandel und Landwirtschaft für die Alliance of Biodiversity, das International Center for Tropical Agriculture (CIAT) sowie das Gund Institute for Environment an der University of Vermont, tätig.  Von 2009 bis 2021 leitete sie den Forschungsbereich „Schadstoffarme Entwicklung“ im Rahmen des CCAFS, das CGIAR-Forschungsprogramm zu Klimawandel, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit. Davor arbeitete Lini beim Internationalen Forstforschungszentrum CIFOR mit Sitz in Indonesien und bei der Ford Foundation. Sie promovierte zum Thema Umgang mit natürlichen Ressourcen an der University of California in Berkeley in den USA.  Lini ist Expertin in den Themen Klimaschutz, Landnutzung und soziale Inklusion.  Sie hat vorrangig in Asien gearbeitet, insbesondere im indonesischen Teil Borneos.

Podiumsgäste

Hans Joosten (Jahrgang 1955) ist Professor für Moorkunde und Paläoökologie an der Universität Greifswald, Partner des Greifswald Moor Centrums, sowie Generalsekretär der International Mire Conservation Group (IMCG), der Weltorganisation der Naturschützer von Moorböden.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Paludikultur, über die er 2016 ein Handbuch veröffentlichte, sowie die Wiederherstellung von Moorböden, über die er 2016 für die Cambridge University Press eine Übersicht herausgab und im Jahr 2021 globale Leitlinien für die Ramsar-Konvention erstellte. Für die IMCG veröffentlichte er die Bücher „Wise use of mires and peatlands“ (2002) und „Mires and peatlands of Europe“ (2017).

Seit 2009 ist Hans intensiv an Verhandlungen über das Klimarahmenabkommen und der Entwicklung von Leitlinien für den Weltklimarat beteiligt gewesen, insbesondere im Hinblick auf die Anrechnung von Emissionen aus organischen Böden, und hat sich bei der FAO für die Förderung einer klimaverträglichen Moorbewirtschaftung eingesetzt. Seit 2017 ist er Mitglied im Lenkungsausschuss der Global Peatlands Initiative der Vereinten Nationen.

Claire Chenu ist Forschungsdirektorin am INRAE (Nationales Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt) und beratende Professorin für Bodenkunde am AgroParisTech. Sie ist Mitglied der Forschungseinheit ECOSYS in Grignon in der Region Paris. Ihre Forschung befasst sich mit der organischen Substanz im Boden, die eine wichtige Rolle bei den Ökosystemleistungen der Böden spielt. Sie befasst sich mit der Rolle der organischen Bodensubstanz für die physikalischen Eigenschaften des Bodens und untersucht die Kohlenstoffdynamik und -bindung in landwirtschaftlichen Böden. Sie wurde mit der Bodenwissenschaftsmedaille 2019 der Europäischen Vereinigung für Geowissenschaften ausgezeichnet und erhielt den INRA Preis für das Lebenswerk in der Forschung 2019. Sie engagiert sich sehr für die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis und für Sensibilisierungsmaßnahmen zum Thema Boden. Sie wurde von der FAO zur Sonderbotschafterin für 2015, dem internationalen Jahr der Böden, ernannt. Sie ist Mitglied mehrerer internationaler Ausschüsse, darunter des wissenschaftlich-technischen Ausschusses der 4-Per-1000-Initiative. Sie koordiniert das gemeinsame EU-H2020-Programm SOIL, an dem 24 europäische Länder beteiligt sind: „Auf dem Weg zu einer klimagerechten, nachhaltigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Böden“.

Keith Fuglie ist ein leitender Volkswirt beim Economic Research Service, der Dienststelle für Wirtschaftsforschung im US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium. In dieser Funktion forscht er zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von technologischem Wandel und Wissenschaftspolitik auf die Landwirtschaft. Im Rahmen seiner Tätigkeit für die Regierung gehörte er von 2019-20 dem Bureau for Resilience and Food Security (Zentralstelle für Resilienz und Ernährungssicherheit) der US-Behörde für internationale Entwicklung und von 1997-98 dem Council of Economic Advisors (Beratungsorgan zu Wirtschaftsfragen) des Weißen Hauses als leitender angestellter Ökonom an. Er war Erstautor des Weltbankberichts in 2019 mit dem Titel „Harvesting Prosperity: Technology and Productivity Growth in Agriculture“ sowie des Berichts in 2012 mit dem Titel „Productivity Growth in Agriculture: An International Perspective“. 2012 wurde Keith mit dem „Honor Award for Professional Service“ des US-Landwirtschaftsministeriums ausgezeichnet. 2014 wurde ihm der „Bruce Gardner Memorial Prize for Applied Policy Analysis“ von der Agricultural & Applied Economics Association verliehen. In seiner früheren Laufbahn arbeitete Keith zehn Jahre lang für das International Potato Center (CIP) in Indonesien und Tunesien. Dort leitete er das sozialwissenschaftliche Forschungsprogramm des CIP und war der Regionalvertreter der Organisation in Asien. Keith Fuglie hat seinen M.S. und Ph.D. in Agrarwissenschaften und angewandter Volkswirtschaftslehre an der University of Minnesota gemacht.

Jonathan Brooks kam 1999 zur OECD und ist dort Leiter des Referats für Landwirtschafts- und Ressourcenpolitik in der Abteilung „Handel und Landwirtschaft“, die die jährliche Überwachung und Bewertung der Landwirtschaft und die zweijährliche Überprüfung der Fischerei durchführt und untersucht, wie Regierungsstrategien die Produktivität, Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit des Agrarsektors verbessern können. Vor seiner Zeit bei der OECD ab 1999 hatte Jonathan einen Lehrauftrag an der University of Reading. Er hat an der University of California in Davis einen Ph.D. in Agrarökonomie gemacht, erhielt einen M.S. in Volkswirtschaftslehre von der Purdue University und einen B.Sc. in Volkswirtschaftslehre von der London School of Economics.

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