Welche Zukunft hat das Grünland? Aktuelle Entwicklungen von Grünlandnutzung und -schutz
Freitag, 20. Januar 2012, 10:00 - 12:00 Uhr, Saal 10
Grünland ist wichtiger Bestandteil einer multifunktionalen Landwirtschaft und spielt eine bedeutende Rolle für die Agrarproduktion, den Klima-, Umwelt- und Naturschutz sowie das Landschaftsbild. Grünland-basierte Produktionssysteme tragen wesentlich zum landwirtschaftlichen Einkommen bei. Milch, Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch hatten im Jahr 2007 einen Anteil von 25 % am gesamten landwirtschaftlichen Produktionswert der EU-27. Gleichzeitig liegen fast 20 % des Grünlands der EU im Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Die Grünlandfläche geht in vielen Regionen Europas, darunter in Deutschland, durch Umwandlung in Ackerland oder Nutzungsaufgabe zurück. Für diese Entwicklung sind unterschiedliche Gründe verantwortlich, u. a. die Marktentwicklung für Agrarprodukte, der Ausbau des Energiepflanzenanbaus, der Strukturwandel in der Tierproduktion und Änderungen der agrarpolitischen Rahmenbedingungen. In den Vorschlägen zum „greening“ der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU nach 2013 spielt die Erhaltung des Grünlands eine zentrale Rolle. Es stellt sich die Frage, wie der Grünlandschutz unter Einbeziehung der nationalen und regionalen Ansätze weiterent-wickelt werden soll.
Auf diesem Fachpodium sollen Entwicklungen der Grünlandnutzung aufgezeigt und Perspektiven für den Grünlandschutz in der EU zur Diskussion gestellt werden. Dabei werden Entwicklungen in der Agrar-, Energie- und Umweltpolitik berücksichtigt. Im Mittelpunkt werden die Reformvorschläge zur EU-Agrarpolitik nach 2013 stehen. Die einleitenden Vorträge dienen als Ausgangspunkt für die anschließende Diskussion der Podiumsteilnehmer. Vertreter aus Forschung, Politik und Verbänden der Bereiche Landwirtschaft und Umwelt werden ihre Standpunkte präsentieren und zusammen mit den Teilnehmern debattieren. Das Fachpodium wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durch das Thünen-Institut (vTI) veranstaltet. Programm: Auswirkungen ökonomischer und politischer Rahmenbedingungen auf die Grünland-nutzung in der EU Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Präsident des Thünen-Instituts (vTI), Braunschweig
Die Bedeutung des Grünlands für den Naturschutz und das Natura 2000-Netzwerk Ybele Hoogeveen, Europäische Umweltagentur (EEA), Kopenhagen
Instrumente für einen effektiven Grünlandschutz – Erfahrungen aus Deutschland Jörg Schramek, Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS), Frankfurt
Der Grünlandschutz in den Legislativvorschlägen der EU-Kommission zur Agrarpolitik nach 2013 Christiane Canenbley, Europäische Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Brüssel
Diskussion mit Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Ybele Hoogeveen, Christiane Canenbley, Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Bonn und Klaas Johan Osinga, Copa-Cogeca / LTO Niederlande (Landwirtschafts- und Gartenbau-organisation)
Diskussion
Moderation: Bernhard Osterburg, vTI
Die Veranstaltung wird auf Englisch durchgeführt, eine Simultanübersetzung kann leider nicht angeboten werden.
Institut für Ländliche Räume Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei Bundesallee 50 D-38116 Braunschweig Homepage: http://www.vti.bund.de
Kontakt: Bernhard Osterburg Tel.: (+49) (0)531 596 5211 Fax: (+49) (0)531 596 5599 E-mail: bernhard.osterburg@vti.bund.de
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